Was lange als charakteristisches Designmerkmal von Tesla galt, entwickelt sich zunehmend zum Sicherheitsrisiko für den E-Auto-Hersteller. Die bündig in die Karosserie integrierten Türgriffe können bei Unfällen zur tödlichen Falle werden, da sich die Türen im Notfall nicht mehr öffnen lassen. Nach mehreren schweren Vorfällen, auch in Deutschland, ergreift nun China Maßnahmen.

Im zweitwichtigsten Markt für Tesla nach den USA müssen nahezu drei Millionen Fahrzeuge von Konzernchef Elon Musk (55) in die Werkstätten. Auslöser sind Sicherheitsmängel bei den umstrittenen Türgriffen. Experten weisen seit langem auf die Gefahren im Ernstfall hin.

Ein tragischer Vorfall ereignete sich im September 2025 bei Schwerte (NRW): Ein 43-jähriger Fahrer und zwei Neunjährige kamen in einem Tesla ums Leben, weil die Türen nach dem Zusammenprall mit einem Baum blockierten. Ein Sachverständiger kam zu dem Ergebnis, dass die automatische Notentriegelung nicht funktioniert hatte.

Tödlicher Unfall: Zwei junge Männer auf der Rückbank verbrannt

Dies war kein Einzelfall: Bereits 2022 starben zwei 18-Jährige auf den Rücksitzen eines Tesla Model S mit 670 PS Leistung in Dobbrikow (Brandenburg). Auch hier versagte die automatische Türöffnung nach dem Aufprall, wie ein Gutachten belegte.

In Deutschland wurde daraufhin die Staatsanwaltschaft aktiv und schaltete das Kraftfahrt-Bundesamt ein. Nun reagieren die chinesischen Behörden mit strengen Maßnahmen. Die dort zusätzlich verbauten mechanischen Notentriegelungen im Fahrzeuginnenraum seien nicht ausreichend gekennzeichnet, lautet die Beanstandung. Tesla will mit Warnhinweisen und einem Software-Update gegensteuern. Zusätzlich sollen sich die Fenster nach einem Unfall künftig automatisch absenken.

China ist für Tesla der wichtigste Markt neben den USA
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Ob diese Maßnahmen ausreichen, ist fraglich. Peking hatte bereits zu Jahresbeginn angekündigt, die Vorschriften für versenkbare Türgriffe deutlich zu verschärfen. Ab 2027 gelten dann strengere Regeln für neu zugelassene Fahrzeuge. Es ist gut möglich, dass die Hersteller dann Sicherheitsaspekten mehr Gewicht beimessen müssen als futuristischem Design.

Zusätzlicher Rückruf in China belastet Tesla zusätzlich

Hinzu kommt ein weiterer Rückruf in China: Rund 2,7 Millionen Fahrzeuge müssen wegen Unzulänglichkeiten bei der Fahrerüberwachung in die Werkstatt. Laut den Behörden erkennt das bisherige System nicht zuverlässig, wenn Fahrer bei aktiver Assistenz den Blick von der Straße abwenden. Tesla plant daher, die Innenraumkamera stärker zu nutzen. Das gravierendste und für die Insassen gefährlichste Problem bleiben jedoch die versenkbaren Türgriffe.