München/Warnemünde – Bleibt das Schicksal von Vanessa Huber ungeklärt? Fast vier Jahre lang galt die heute 43-Jährige als spurlos verschwunden. Nach einer Auseinandersetzung mit ihrem mittlerweile verstorbenen Ehemann Tobias Huber verlor sich jede Spur von der Frau aus Unterhaching. Nun könnte eine mutmaßliche Sichtung an der Ostsee neue Hoffnung geben – und wirft zugleich weitere Fragen auf.
Wie The Pik berichtet, wollen ein Urlauberpaar sowie ein Hotelangestellter die seit Jahren Vermisste in einem kleineren, abgelegenen Hotel nahe Warnemünde wiedererkannt haben. Die Unterkunft verfügt über weniger als 50 Zimmer. Die Zeugen gaben an, sich an die Fahndungsfotos erinnert zu haben, und verständigten daraufhin die Münchner Polizei. Sie sind sich sicher, dass es sich bei der Frau um Vanessa Huber handelt.

Vier Jahre nach dem Verschwinden: erste vielversprechende Spur
„Stammgäste hatten sie bereits am Montagnachmittag mit einem Wanderrucksack auf unserem Gelände gesichtet. Als sie gegen 22.30 Uhr erneut auftauchte und sich auffällig für die Flure der Gebäude interessierte, sprachen sie die Frau an“, erinnert sich Alexander Soyk (49), Inhaber des Hotels „Ostseeland“. „Auch meine Mitarbeiterinnen kümmerten sich um sie, wiesen sie jedoch darauf hin, dass das Haus nun schließe und sie gehen müsse. Sie war schließlich kein Gast bei uns.“

Die Stammgäste hätten sich jedoch weiterhin Sorgen gemacht, im Internet nach vermissten Personen gesucht „und stießen dabei auf ihr Foto in der Vermisstenfahndung“. Am Dienstag alarmierten sie schließlich die Polizei. Die Beamten erschienen, vernahmen die Zeugen und sicherten das Videomaterial der Überwachungskameras. Soyk: „Wir haben selbstverständlich alles getan, um zu helfen. Ob sie es wirklich war, wissen wir erst, wenn sie gefunden wird.“

Bei den Ermittlern mehren sich mittlerweile die Anzeichen, dass es sich tatsächlich um Vanessa Huber handeln könnte. Informationen zufolge soll die Frau den Gästen unter anderem erzählt haben, sie stamme aus Berlin und habe lange in Süddeutschland gelebt. Ein Ermittler: „Die Beschreibung passt auf sie, ebenso das Verhalten.“ Bereits vor ihrem Verschwinden soll die Ostsee für sie eine besondere Bedeutung gehabt haben. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass die Vermisste derzeit über keinen festen Wohnsitz verfügt.
Den Beamten gelang es, das Videomaterial aus dem Hotel zu sichern. Die Aufnahmen könnten bald eine entscheidende Rolle spielen. Derzeit werde geprüft, ob die Bilder veröffentlicht werden, um die Fahndung mit aktuellem Material und einer überarbeiteten Personenbeschreibung zu unterstützen. Eine endgültige Entscheidung hierzu steht noch aus.

Ehemann stand zwischenzeitlich unter Verdacht
Vanessa Huber verschwand im November 2022 nach einem Streit mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann. Umfangreiche Suchaktionen mit Spürhunden, Drohnen und Hunderten Einsatzkräften blieben erfolglos. Tobias Huber geriet vorübergehend ins Visier der Ermittler, ein konkreter Tatvorwurf ließ sich jedoch nie erhärten. Im März 2024 wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Anzeichen für ein Fremdverschulden gab es nicht.
Hinweise zum Aufenthaltsort der vermissten Vanessa Huber nimmt der Kriminaldauerdienst der Polizei Rostock unter der Telefonnummer 0381/4916–16 16 entgegen.

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