Leipzig (Sachsen) – Alarm am Airport Leipzig: Eine Drohne mit Sprengsatz wurde entdeckt! Am Dienstagabend um 23.42 Uhr bemerkte ein Mitarbeiter des Flughafens eine Drohne auf dem Vorfeld, an der ein Paket mit Zünder – offenbar Sprengstoff – befestigt war. Der gesamte Flugbetrieb wurde umgehend eingestellt, Maschinen umgeleitet und Spezialkräfte der Bundespolizei angefordert. Während der Airport abgeriegelt war, musste ein DHL-Frachter durchstarten und kollidierte in der Luft mutmaßlich mit einer weiteren Drohne. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Terrorismus-Abwehrzentrum des LKA Sachsen haben die Ermittlungen übernommen. Ein politisches Motiv wird nicht ausgeschlossen.
Der Flughafen Leipzig/Halle ist nicht nur ein regulärer Verkehrsflughafen, sondern beherbergt mit dem DHL-Hub eines der bedeutendsten Drehkreuze für Luftfracht weltweit. Um die Dimension zu verdeutlichen: Täglich werden hier über 2500 Tonnen Fracht umgeschlagen, jährlich rund 23.600 Flugbewegungen registriert. Leipzig fungiert als größtes und modernstes Luftfracht-Drehkreuz im DHL-Express-Netz und beliefert von hier aus mehr als 220 Länder und Regionen.

Im nördlichen Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle sind mehrere russische Antonow AN-124 der Wolga-Dnepr-Airline geparkt, die aufgrund des EU-Sanktionspakets einem Flugverbot unterliegen. Sie stehen in unmittelbarer Nähe zu den ukrainischen Antonows, von denen eine nun das Ziel des vereitelten Drohnen-Bomben-Attentats war. Der Tatort liegt am Standplatz 213, südlich der südlichen Landebahn, direkt am World-Cargo-Center – einem Bereich, in dem rund um die Uhr hunderte Beschäftigte arbeiten.


Etwa einen Kilometer westlich des Standplatzes 213 verläuft die A9, die Berlin mit München verbindet – eine der wichtigsten Autobahnen Deutschlands. Nordwestlich liegt das Schkeuditzer Kreuz nur 2,2 Kilometer entfernt, wo die A14 in Richtung Magdeburg und Dresden abzweigt. Die strategische Lage des Flughafens ist exzellent. Zudem unterliegt der Großteil der Frachtflieger nicht dem Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr.

Ein Ermittler äußert sich dazu: „Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Doch falls die Drohne über der Autobahn mit einem Flugzeug kollidiert und Trümmerteile auf die Fahrbahn fallen, könnten schwere Unfälle die Folge sein. Das hängt jedoch von der Größe der Drohne ab.“
Sprengstoff ist Semtex

Inzwischen steht fest: Bei dem entdeckten Sprengstoff handelt es sich höchstwahrscheinlich um Semtex. Dieser Plastiksprengstoff wird sowohl vom Militär als auch in der Industrie verwendet. Auch Terroristen haben ihn bereits genutzt, etwa beim Bombenanschlag auf eine Pan-Am-Maschine 1988 über Lockerbie (Schottland).


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