Berlin – Deutschland sieht sich einer wahren Belagerung durch feindliche Cyberbanden ausgesetzt. Die Angriffe werden immer heftiger: Besonders aus Russland stammen koordinierte Attacken. Dies zeigt das „Lagebild Cyberkriminalität 2025“ des Bundeskriminalamtes (BKA). Brisant: Die Hacker wollen nicht nur Behörden lahmlegen, sondern auch Geld erbeuten.

Im Fokus der Kriminellen steht unter anderem die Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese Mega-Behörde mit über 100.000 Mitarbeitern verwaltet die Arbeitslosenbeiträge der Arbeitnehmer. Monatlich fließen rund drei bis vier Milliarden Euro in die Kassen der BA. Ein Großteil wird rasch als Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Zudem gibt es eine beträchtliche Rücklage, die Ende 2025 bei rund 1,5 Milliarden Euro liegt.

Im März 2025 versuchten ausländische Cyberkriminelle, die Konten zu knacken. Sie hackten Nutzerkonten und manipulierten Kontoverbindungen, um Zahlungen auf fremde Konten umzuleiten. Der Angriff konnte jedoch abgewehrt werden, wie der Bericht von Innenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) festhält.

Hacker-Angriff auf unsere Arbeitslosen-Kasse!

Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 333.000 Cybercrime-Fälle registriert. Darunter fallen unter anderem:

  • - Sogenannte DDoS-Attacken, bei denen Server gezielt überlastet werden, sind binnen eines Jahres um 25 Prozent gestiegen.

    • - Noch drastischer fällt der Anstieg bei politisch motivierten Hackerangriffen („Hacktivismus“) aus: plus 224 Prozent.

Die Täter sitzen meist im Ausland und sind kaum zu stoppen. Mehr als 207.000 Angriffe kommen aus dem Ausland, deutlich mehr als aus Deutschland selbst. Die Aufklärungsquote liegt hier bei nur zwei Prozent. Betroffen sein kann jeder: Behörden, öffentliche Verwaltungen, Unternehmen und kritische Infrastruktur.

Angriffe, besonders von pro-russischen Gruppen

Auffällig ist die Rolle pro-russischer Gruppen, heißt es im Cyber-Bericht. Ihr Ziel: öffentliche Verunsicherung und politischer Druck. Die besonders aktive Gruppierung „NoName057(16)“ hat ihre Angriffe massiv ausgeweitet. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der angegriffenen Ziele von 137 auf 378 – ein Plus von 176 Prozent.

Ein Paradebeispiel für Verunsicherung und Druck auf die deutsche Politik waren Angriffe im Umfeld der Diskussion über die Lieferung von „Taurus“-Marschflugkörpern an die Ukraine. Im Frühjahr 2025 gab es gezielte Angriffswellen – ausdrücklich als Reaktion auf die Taurus-Debatte. Dabei ging es weniger um dauerhafte Schäden als um Signalwirkung. Webseiten von Behörden wurden lahmgelegt, öffentliche Infrastruktur gestört. Ein klarer Fall hybrider Kriegsführung des Kreml.