Innsbruck (Österreich) – Gold­einlagen, feinstes Wurzelmaser­holz – und auf der Kappe des Pistolengriffs das herrschaftliche Monogramm „RB“: Eine maßangefertigte Doppelbüchse der Kärntner Waffen-Manufaktur Scheiring ließ Milliarden-Pleitier René Benko (49) im Januar 2019 von seiner Signa Holding für 103.080 Euro anschaffen – nach dem Zusammenbruch seines Imperiums bringt ihn die Jagdwaffe mit Swarovski-Ziel­fernrohr jetzt zum dritten Mal vor Gericht.

Der einst als Karstadt-Retter gefeierte Investor sitzt wegen des Verdachts des Betruges und betrügerischen Bankrotts seit mehr als anderthalb Jahren in Haft. Er bestreitet die Vorwürfe, wurde vom Landesgericht Innsbruck jedoch bereits wegen einer verdächtigen Schenkung von 300.000 Euro an Familienangehörige zu zwei Jahren Haft verurteilt. Gegen dieses Urteil will Benko den Informationen zufolge ab dem 22. September im Berufungsverfahren vorgehen. Nur einen Monat später steht dann in Innsbruck erneut der Prozess um die Jagdwaffe an.

Teurer Protz: Die Jagdwaffe mit Swarovski-Ziel­fernrohr
Quelle: Aus dem Internet
Eingraviert wurden auch die Initialen von René Benko
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Waffe in Protz-Villa gefunden

Am 25. Juni 2024 wurde die Waffe in seiner Protz-Villa „N“ in Innsbruck-Igls beschlagnahmt. Die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie dort vor dem Zugriff seiner 3000 Gläubiger verborgen werden sollte. Deren Forderungen summieren sich auf mehr als 40 Milliarden Euro. Die 80.000 Euro Zeitwert der Waffe, deren Seriennummer Benkos Geburtsdatum ist, wären dabei kaum ins Gewicht gefallen – doch laut der vorliegenden Anklage zeigt sie Benkos Vorliebe für teure Statussymbole.

Benko wollte als Schreiner arbeiten

In der JVA Innsbruck muss der einst bestens vernetzte Selfmade-Milliardär nun kleinere Brötchen backen: Zuletzt lehnte die Anstaltsleitung sogar seinen Antrag ab, als Schreiner zu arbeiten. Sein Anwalt Norbert Wess sagt: „Gesundheitlich geht es ihm den Umständen entsprechend gut. Die psychische Belastung ist aber mittlerweile enorm. Wir vertreten den rechtlichen Standpunkt, dass die U-Haftdauer unverhältnismäßig im Sinne des Gesetzes ist.“

Der Strafprozess gegen den österreichischen Investor und Ex-Milliardär René Benko wird am 14. und 15. Oktober am Landesgericht Innsbruck stattfinden
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Für den Waffen-, Uhren- und Sportwagen-Sammler ist Freiheit jedoch nicht in Sicht: Neben der angeblich beiseite geschafften Doppelbüchse geht es im Oktober auch um fünf Millionen Euro, die einer der reichsten Männer Österreichs noch kurz vor der Signa-Insolvenz in Benkos zerbröselndes Firmengeflecht investiert hatte. Bau-Tycoon Hans-Peter Haselsteiner (82, Strabag-Gründer) muss als Zeuge aussagen.

Die Ermittler hörten mit, als er am 30. Juni 2024 Benko in einem Telefonat „hoch emotional“ zur Rückzahlung aufforderte. Weil er seine notariell beglaubigte Zusage nie einhielt, steht hier der Verdacht des Betruges im Raum. Verteidiger Wess: „Die Anklagevorwürfe werden von Herrn Benko zurückgewiesen.“