Der Auslöser für seinen Online-Beitrag: Einen Tag zuvor war am Bahnhof Zoo ein mutmaßliches Clan-Mitglied (30) erschossen worden – möglicherweise im Zusammenhang mit Drogengeschäften. „In solchen Fällen handelt es sich in 90 Prozent der Fälle um arabische Clan-Strukturen“, erklärt Wolf. „Wäre er nicht direkt am Tatort gestorben, sondern im Krankenhaus, hätte das für die Belegschaft eine ernste Bedrohung bedeutet. Wenn nachts nur vier Kolleginnen im Dienst sind und plötzlich eine ganze Clan-Sippe auftaucht, wird es brenzlig. Die lesen die Namensschilder und finden womöglich heraus, wo man wohnt.“

„Die Aggressivität hat spürbar zugenommen“
Der Pfleger ergänzt: „Dann heißt es: ‚Hey, was ist mit meinem Cousin? Überlebt der nicht, wird das unangenehm für Sie.‘ Genau deshalb habe ich den Post auf X verfasst – um auf diese Missstände aufmerksam zu machen. Ich arbeite seit zehn Jahren als Fachkraft für Notfallpflege in Berlin. Das Phänomen mit den Großfamilien gab es wohl schon immer. Richtig bewusst wurde es mir jedoch während meiner Zeit in Neukölln und Kreuzberg.“ Dort gehören Polizeieinsätze in den Notaufnahmen wegen Einschüchterung und Gewalt inzwischen fast zur Routine.
Wolf beschreibt turbulente Auftritte. „Besonders zu Beginn ist die Lage explosiv. Wenn jemand anderes zuerst behandelt wird, lautet die Ansage: ‚Du Bastard, kümmer dich um meinen Cousin.‘ An den Nachnamen erkennt man meist schon, dass es sich um Clan-Familien handelt. Die Täter werden immer jünger. Und die Gewalt hat deutlich zugenommen – in den vergangenen fünf Jahren hat sich die Situation nochmal verschärft.“

„Sie wissen exakt, wo sie zustechen“
Der Ablauf folgt meist einem festen Muster: „Drei bis fünf junge Männer schleppen ihren Bruder oder Cousin herein und machen sofort Ärger. Meistens handelt es sich um Stich-, gelegentlich um Schusswunden. Dann bricht im Krankenhaus das Chaos aus. Die Polizei rückt an und riegelt alles ab. Auch in den folgenden Tagen bleibt es heikel – die Familien veranstalten ihre Zusammenkünfte direkt vor der Klinik. Das ist eine völlig eigene Welt. Ich bin kräftig gebaut, aber das interessiert die nicht. Die 15- und 16-Jährigen tragen alle ein Messer und wissen genau, wo sie zustechen müssen. Richtig kritisch wird es meist dann, wenn jemand stirbt. Dann müssen die Beamten einiges einstecken.“

66 Prozent der Kliniken verzeichnen mehr Attacken
Die Statistik untermauert seine Beobachtungen zur wachsenden Gewalt. Laut einer im November 2025 veröffentlichten Erhebung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) berichteten 66 Prozent der Krankenhäuser von einem Anstieg der Übergriffe – bei 42 Prozent mäßig, bei 24 Prozent deutlich. Besonders betroffen sind die Notaufnahmen: 95 Prozent der Einrichtungen meldeten dort Vorfälle. Inwieweit Clan-Angehörige daran beteiligt waren, wurde nicht erfasst.
DKG-Vize Prof. Dr. Henriette Neumeyer sagte damals: „Bemerkenswert bleibt, dass Übergriffe nur selten zur Anzeige gebracht werden. Das Klinikpersonal betrachtet Gewalt inzwischen als Teil des Jobs. Zudem zeigt die Erfahrung, dass Anzeigen häufig im Sande verlaufen oder die Täter ohne Konsequenzen bleiben.“
* Name geändert



%2520ist%2520seit%2520Beginn%2520Teil%2520der%2520Jury%2520von%2520%25E2%2580%259ELet%25E2%2580%2599s%2520Dance%25E2%2580%259C.%2520Mit%2520seiner%2520Frau%2520und%2520den%2520zwei%2520To%25CC%2588chtern%2520lebt%2520er%2520in%2520Prag%2520an%2520der%2520Moldau.webp&w=1200&q=75)




%2Fhier-kommt-nikodem-r-17-vom-haftrichter-die-polizei-bringt-den-gefahrlichen-intensivtater-in-die-u-haft.webp&w=1200&q=75)
%2520erlebt%2520Horror%2520im%2520Zypern-Knast%2Fewa-k-51-aus-aschaffenburg-sitzt-seit-juli-2024-auf-zypern-in-u-haft-die-deutsche-botschaft-setzt-sich-fur-sie-ein.webp&w=1200&q=75)