Werther (NRW) – Ihre Hingabe galt ihrem Hund, ihrem Pferd und ihrer Tätigkeit als Schlosserin. Im Umfeld wird Julia M. (36) als zuvorkommend und souverän charakterisiert, als Frau, die fest im Leben verankert war. Am Sonntagabend fand ihr Leben ein gewaltsames Ende: Ihr früherer Partner Dennis L. (33) soll sie getötet haben. Die beiden waren sich seit ihrer frühen Kindheit verbunden.
Der Notruf ging um 21.50 Uhr am Sonntagabend bei der Polizei ein. Am Apparat befand sich die Cousine des 33-Jährigen. Wie The Pik erfuhr, saß Dennis L. neben ihr im Fahrzeug und hatte ihr gerade offenbart, Julia M. Schweres angetan zu haben. Im Anschluss an das Telefonat brachte die Frau ihren Cousin zur Polizeiwache nach Halle (Nordrhein-Westfalen). Dort stellte sich Dennis L. den Beamten und ließ sich festnehmen.

Das Messer steckte noch in Julias Hals
Parallel dazu eilten Einsatzkräfte zur Wohnung von Julia M. in der Engerstraße in Werther. Eine Anwohnerin vernahm, wie die Polizisten die Wohnungstür gewaltsam öffneten. Danach waren die Ausrufe der Beamten zu hören: „Scheiße, scheiße, scheiße!“ Sie entdeckten die 36-Jährige leblos in ihrem Schlafzimmer. Ein Küchenmesser steckte den Informationen zufolge noch in ihrem Hals.
Julia M. war als Schlosserin bei einem der führenden Süßwarenhersteller Deutschlands angestellt und soll in ihrer beruflichen Tätigkeit völlig aufgegangen sein. Auch ihr Ex-Partner soll zuletzt in demselben Unternehmen beschäftigt gewesen sein. Anwohner beschreiben die 36-Jährige als heitere und zugängliche Persönlichkeit. Sie wirkte eher zurückhaltend, zeigte aber zugleich ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein.
Ihr Hund wachte bei der Toten
Am Tag nach der Tat befinden sich vor ihrer versiegelten Wohnung noch immer ihre Schuhe, an denen Stallreste haften. Nachbarn berichten, dass die 36-Jährige viele Stunden bei ihrem Pferd verbrachte. Nahezu täglich sahen sie Julia mit ihrem kleinen, dunklen Mischlingshund. Polizeibeamte fanden das Tier bei der Verstorbenen. Mittlerweile wurde es den Informationen zufolge in einem Tierheim untergebracht.

Streit zwischen Dennis L. und neuem Freund des Opfers
Die Wohnung, in der Julia ihr Leben verlor, soll in ihrem Eigentum gestanden haben; Dennis L. habe dort lediglich zeitweise gewohnt. Nach dem Ende der Beziehung hatte Julia offenbar einen neuen Lebensgefährten. Anwohner schildern, dass es zwischen ihm und Dennis L. erst vor Kurzem zu einer Auseinandersetzung gekommen sei.
Für die Nachbarschaft besonders unfassbar: Julia M. und ihr mutmaßlicher Täter kannten sich offenbar seit der frühen Kindheit. Sie selbst soll gegenüber Anwohnern erwähnt haben, dass sie „Sandkastenfreunde“ gewesen seien. Aus dieser Freundschaft entwickelte sich später eine Partnerschaft. Dies geschah, obwohl Dennis L. mit einer anderen Frau verheiratet war und mit ihr zwei kleine Kinder hatte. Der jüngste Nachwuchs kam erst im Februar zur Welt.
Der nach außen hin unauffällige Mann war der Polizei den Informationen zufolge bereits wegen Körperverletzung und Bedrohung bekannt. Zuletzt kamen offenbar berufliche wie finanzielle Schwierigkeiten hinzu: Sein Arbeitsverhältnis wurde laut Nachbarn nicht fortgeführt. Einer Anwohnerin zufolge fehlte ihm sogar das Geld für einen eigenen Drucker; er bat sie daher, einen Antrag auf Prozesskostenhilfe für ihn auszudrucken.
Am Montag wurde Dennis L. einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Untersuchungshaftbefehl wegen Mordes. Rechtsanwältin Nicole Fronzke erklärte: „Im Hinblick auf das laufende Verfahren werden weder mein Mandant noch wir uns derzeit zu den Vorwürfen äußern.“



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