Bremen – Ein 56-jähriger Mann wird am helllichten Tag von einem Autofahrer niedergeprügelt und erleidet beim Sturz einen tödlichen Aufprall auf den Asphalt. Der Verletzte bleibt reglos liegen, jede Hilfe kommt zu spät. Während das Opfer noch am Tatort sein Leben verliert, flüchtet der Angreifer im Auto. Die Polizei fahndet nun intensiv nach dem Täter.
The Pik hat mit mehreren Augenzeugen gesprochen. Einer davon ist der Anwohner Laif (21), der am Sonntag zum Tatort im Kirchweg in Bremen zurückkehrte. Er erlebte die tödliche Attacke aus nächster Nähe. Seinen Schilderungen zufolge riefen sich die beiden Männer zunächst etwas zu, wobei Laif den Inhalt des Wortwechsels nicht verstand. Das spätere Opfer habe an einem rot-weiß gestreiften Poller gestanden, als der Fahrer ausstieg und ohne Umschweife auf ihn zumarschierte.

„Der wusste genau, was er machen möchte“, berichtet der Zeuge. Weder habe es ein Zögern, ein Schubsen oder Drohungen gegeben. Stattdessen habe der Angreifer unmittelbar zugeschlagen. Mit einer raschen Schlagfolge traf er sein Opfer zweimal präzise am Kinn – zuerst mit der linken, dann mit der rechten Faust. „Ich habe direkt gemerkt: Beim ersten Schlag war die Körperspannung weg“, erinnert sich Laif.
Flucht mit überhöhter Geschwindigkeit
Der 56-Jährige brach augenblicklich zusammen. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte er auf den Hinterkopf. „Er lag direkt regungslos da“, so der Ersthelfer. Anschließend eilte der Täter zu seinem Fahrzeug, sprang hinein und fuhr mit hohem Tempo in Richtung Neuenlander Straße davon. Laif versorgte den schwer verletzten Mann bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Zeugin: „Es war überall Blut.“
Eine weitere Anwohnerin, die anonym bleiben möchte, beobachtete ebenfalls die dramatischen Momente nach der Tat. Beim Verlassen ihres Hauses bot sich ihr ein schockierendes Bild: Ein Mann lag regungslos auf der Straße, während eine Polizistin bereits um sein Leben kämpfte.

„Als ich das Haus verließ, um meinen Sohn zum Bahnhof zu bringen, sah ich ihn auf dem Boden liegen“, erzählt die Frau. Eine Polizistin habe bereits mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Doch für sie wirkte die Lage schon damals hoffnungslos. „Ich sah aber sofort, dass das nichts mehr bringt“, sagt die Anwohnerin. „Es war überall Blut.“

So sieht der flüchtige Tatverdächtige aus
Während Kriminaltechniker noch am Sonntag Spuren sicherten und rund um den Tatort Sichtschutzzäune aufstellten, läuft die Suche nach dem Flüchtigen auf Hochtouren. Laut Polizei handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen etwa 55 Jahre alten Mann mit grauen, kurzen Haaren und einer Größe von ungefähr 1,80 bis 1,90 Metern. Zum Tatzeitpunkt trug er ein enges, graues Hemd sowie eine dunkle Jeans.

Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Bislang ist unklar, warum der Streit so eskalierte und ob sich die beiden Männer kannten. Die Ermittler arbeiten unter Hochdruck daran, die Hintergründe der tödlichen Attacke zu beleuchten. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter 0421 362-3888 zu melden.


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