München – Mit acht Nobeluhren der Marken Patek Philippe und Rolex posiert Einbrecher Joaquin M. nach einem Coup in einem Hotelzimmer stolz für die Kamera. Auf dem nächsten Bild ist der 22-Jährige zu sehen, wie er mit seinem Komplizen Robert R. (46) lacht. Der präsentiert sich mit Einbruchswerkzeug, finsterem Blick und einem hinterhältigen Grinsen.
Hätten die beiden Täter geahnt, dass genau diese Aufnahmen ihnen zwei Monate später zum Verhängnis werden würden, hätten sie vermutlich nicht so dumm gegrinst…

Einbrecher standen vor dem Amtsgericht
„Dafür können Sie sich in den Hintern beißen“, richtete Richterin Laura Fischer ihre Worte an die beiden Chilenen bei der Verhandlung am Münchner Amtsgericht. Nachdem die Ermittler die Fotos auf den Mobiltelefonen der Täter sichergestellt hatten, fiel das Urteil: Der Ältere erhielt wegen schweren Bandendiebstahls vier Jahre Haft, der Jüngere drei Jahre und sechs Monate. Die Richterin stellte klar: „Es besteht kein Zweifel, dass Sie die Tat begangen haben.“
Der Anklage zufolge hatten die beiden am 3. Dezember 2025 die Terrassentür eines Anwesens in München aufgebrochen – und zwar, wie die Richterin anmerkte, mit einem „1-Euro-Schraubenzieher von Obi“. Im Haus befand sich lediglich der Familienhund, der die Eindringlinge freudig mit wedelndem Schwanz empfing, wie spätere Überwachungsaufnahmen zeigten.
Anwesen gehört einem Multimillionär
Die Villa ist Eigentum des erfolgreichen Getränkeunternehmers Florian Orterer (180 Filialen, Jahresumsatz 400 Mio. Euro), der dort mit seiner Familie wohnt. Der 45-Jährige pflegt eine enge Freundschaft zu Alessandra Meyer-Wölden (43). Bei dem Einbruch erbeuteten die Täter neben den wertvollen Damen- und Herrenuhren auch einen Diamantring, eine Louis-Vuitton-Tasche sowie Chanel-Handtaschen. Laut Anklage beläuft sich der Gesamtwert der Beute auf mindestens 508.520 Euro!

Auf den Videoaufnahmen der Überwachungskameras waren die maskierten Täter kaum zu identifizieren. Doch zwei Monate nach dem Einbruch wurde Joaquin M. in einem Münchner Einkaufszentrum auf frischer Tat ertappt, als er ein Parfum stehlen wollte. Er wurde vorläufig festgenommen, sein Fahrzeug beschlagnahmt. Wie The Pik aus Polizeikreisen erfuhr, befanden sich darin weitere Beutestücke sowie Einbruchswerkzeug.

Polizei observierte Einbrecher
Die Beamten ließen M. daraufhin laufen und stellten ihn unter Beobachtung. Unmittelbar nach seiner Freilassung machte er sich erneut mit seinen Komplizen auf Beutezug. Wie die Kripo berichtet, hatte das Duo bereits zwei Objekte in Bogenhausen ausgekundschaftet, bevor es festgenommen wurde. Bei dieser Gelegenheit sicherten die Ermittler auch das Handy mit den verhängnisvollen Fotos. Richterin Fischer erklärte im Prozess: „Sie waren teilvermummt im schönsten Teil Münchens. Da leben Leute, die Geld haben. Da macht ein Einbruch Sinn.“

Joaquin M., verteidigt von Kay Hanau, legte vor Gericht weitgehend ein Geständnis ab, während sein Komplize zu den Vorwürfen schwieg. Dessen Anwälte Maximilian Richter und Matthias Bohn erwägen eine Berufung. Richterin Fischer äußerte die Vermutung, dass dieser Einbruch nur einer von vielen gewesen sein könnte: „Sie fuhren durch Europa, buchten Mietwagen, Hotels und spähten Objekte aus. Ich will nicht wissen, wie viel Beute sie noch gemacht haben.“
Millionär ist geschockt
Der Münchner Getränkeunternehmer Florian Orterer ist von dem Vorfall tief getroffen. Zur Verhandlung erschien er nicht, doch laut Gericht sei seine Familie nach wie vor „tief bewegt“ von dem Geschehenen.

Sein Anwesen hat er nach dem Einbruch offenbar mit zusätzlicher Sicherheitstechnik ausgestattet. „Die Sicherungsmaßnahmen wurden erhöht“, führte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung aus. Orterer fühle sich im eigenen Haus jedoch „wie in einem Käfig“. Auf eine Anfrage zu dem Vorfall reagierte der Firmenchef nicht.

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