Sommer der Entscheidung beim FC Bayern München. Im Fokus: Max Eberl (52). Der Sportvorstand muss jetzt unter Beweis stellen, dass er ein gutes Gespür hat. Er soll die Leihspieler wie Alexander Nübel (29), João Palhinha (30), Sacha Boey (25) oder Bryan Zaragoza (24) von der Gehaltsliste streichen. Auch die Verkaufskandidaten Minjae Kim (29) und Hiroki Ito (27) sollen abgegeben werden. Denn es geht auch um seine eigene Zukunft.

Nach Informationen läuft das Ultimatum der Bosse an Eberl, dessen Vertrag bis 2027 läuft, bis Ende August. Dann soll in der Aufsichtsratssitzung über sein weiteres Schicksal entschieden werden. Das Sommer-Transferfenster bekommt Eberl auf jeden Fall noch. Bis zur Sitzung des Gremiums darf er in Ruhe weiterarbeiten. Eine vorzeitige Trennung wurde ausgeschlossen. Nach der Aufsichtsratssitzung ist jedoch alles möglich, sogar eine sofortige Beendigung der Zusammenarbeit.

Eberl kämpft gegen sein Bayern-Aus

Die Liste der Kritikpunkte an Eberl ist lang: Der Sportchef möchte bei Transfers zu schnell zum Abschluss kommen, wodurch die Deals zu teuer werden. Eine weitere Forderung der Bosse: Eberl müsse auch härter verhandeln, wenn es um Gehälter geht. Die Führung hat das Gefühl, dass das große Vertrauensverhältnis zwischen Eberl und dem Aufsichtsrat fehlt. Der Sportvorstand kommuniziere zu wenig bei der Umsetzung seiner Transfer- und Kaderpläne. Ehrenpräsident Uli Hoeneß (74) soll zudem mit Eberls Arbeitsauffassung unzufrieden sein. Ihm missfällt, dass Eberl in seiner Freizeit oft das Handy zu Hause lässt.

In der Führung herrscht das Gefühl: Eberl könne die Streitkultur des FC Bayern, im Sinne der Sache, nicht so aushalten wie früher Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge (70). Stattdessen nehme er die Kritik persönlich.

Die Bayern-Bossen Uli Hoeneß (r.), Karl-Heinz Rummenigge (M.) und Jan-Christian Dreesen (l.)
Die Bayern-Bossen Uli Hoeneß (r.), Karl-Heinz Rummenigge (M.) und Jan-Christian Dreesen (l.)

Kritikpunkt-Liste an Eberl ist lang

Aber: Eberl ist im Kampfmodus und wird seinen Posten auf keinen Fall freiwillig räumen. Bei der vorletzten Aufsichtsratssitzung am 23. Februar warb er deshalb kräftig für sich selbst. Wie The Pik weiß, stellte Eberl die von ihm getätigten Top-Transfers Luis Díaz (29) und Michael Olise (24) in den Mittelpunkt seines Vortrags. Er präsentierte dem Aufsichtsrat einen detaillierten Vergleich zwischen dem Duo Díaz/Olise und der vorherigen Flügelzange, die aus Kingsley Coman (29/Al-Nassr) und Leroy Sané (30/Galatasaray) bestand. Dabei zeigte der Sportchef auf, wie viel effektiver Díaz und Olise im Vergleich zu Coman und Sané sind.

Eberl ist seit etwas mehr als zwei Jahren im Amt. Ob weitere Jahre hinzukommen, hängt maßgeblich vom Erfolg im Transferfenster ab, das am 1. Juli öffnet. Die endgültige Entscheidung fällt auf der nächsten Aufsichtsratssitzung Ende August.