Berlin – Die Große Koalition hat sich bei der Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes auf eine Kostenentlastung für Mieter verständigt. Kern der Reform: Der Einbau neuer Gas- und Ölheizungen bleibt erlaubt, doch ab 2029 müssen diese zunehmend mit klimafreundlichen Brennstoffen betrieben werden. Wir fassen zusammen, was Sie wissen müssen.

Muss eine neue Heizung nun klimafreundlich sein?

Nein. Auch weiterhin dürfen neue Öl- und Gasheizungen installiert werden. Allerdings tritt ab Januar 2029 eine schrittweise Beimischungspflicht in Kraft: Neu eingebaute Anlagen müssen dann anteilig mit Biogas oder Bioöl (etwa Biomethan oder grünem Wasserstoff) betrieben werden. Die Quote steigt in vier Stufen bis 2045.

Was gilt für Mieter?

Die Regierung hat eine Kostenbremse vereinbart: Ab 2028 werden bestimmte Aufwendungen zwischen Mietern und Vermietern geteilt. Konkret müssen Vermieter dann die Hälfte der Netzentgelte, des CO2-Preises und der Kosten für Biokraftstoffe übernehmen, wenn in einem Wohnhaus eine Öl- oder Gasheizung ausgetauscht wird. Die Aufteilung des CO2-Preises existiert bereits; die anderen Kosten trugen bisher allein die Mieter.

Je nach Verbrauch, Dämmung und Wohnfläche können jährlich mehrere hundert Euro anfallen – die künftig von beiden Seiten getragen werden müssen.

Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) lobt den Mieterschutz im neuen Heiz-Gesetz
Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) lobt den Mieterschutz im neuen Heiz-Gesetz

Welche finanziellen Folgen ergeben sich für Vermieter?

Die Verteilung der CO2-Kosten hatte bei gewerblichen Vermietern bereits zu erheblichem bürokratischem Aufwand und Unmut geführt. Der Eigentümerverband Haus & Grund reagiert verärgert: „Eigentümer müssten die Kosten einer völlig verfehlten Energiepolitik tragen, damit die Bundesregierung ihre Politik nicht vor Mietern rechtfertigen muss“, erklärte Verbandschef Kai Warnecke (53). Der Vorschlag der Bundesregierung sei ein politischer Offenbarungseid.

Führt das Gesetz zu neuer Verunsicherung?

Nach deutlichen Absatzrückgängen in den vergangenen zwei Jahren zeichnet sich laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) im ersten Quartal 2026 eine leichte Erholung ab. Nun drohen neue Unsicherheiten. „Deutschland braucht jetzt verlässliche Entscheidungen“, fordert BDH-Chef Markus Staudt. Haus & Grund-Chef Warnecke befürchtet: „Die Bundesregierung beerdigt damit den privaten Mietwohnungsmarkt. Jetzt werden Millionen Mietwohnungen vergammeln, weil sich Investitionen nicht mehr lohnen.“