Wassenberg (NRW) – Das unscheinbare Einfamilienhaus in einer ruhigen Wohnstraße in Wassenberg ist gesichert wie eine Festung. Überwachungskameras filmen jeden Winkel auf dem Grundstück, es ist von meterhohen Betonwänden umschlossen. An der Klingel kein Name, dafür wie eine Warnung das Schild einer Securityfirma. Doch alle Sicherheitsvorkehrungen waren vergebens. Am Montagabend werden mehrere Schüsse auf den Bewohner abgefeuert. Im Kugelhagel stirbt Hells Angel Ömer!

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war vor dem Haus ein Mann aus einem Auto gestiegen, hatte mehrfach auf den Vater von zwei kleinen Kindern geschossen. Dann sprang er in den Wagen, fuhr mit einem darin wartenden Mann davon. Das Opfer schleppte sich noch ein paar Meter weiter, dann brach der Türke zusammen. Nach dem ersten Notruf rasten Sanitäter zum Tatort in der Kleinstadt im Kreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen). Ein Rettungshubschrauber stieg auf. Vergebens. Ömer starb an den Schussverletzungen.

Entkam der Killer nach Holland?
Die Polizei leitete kurz darauf eine Großfahndung nach den Tätern ein. Streifenwagen riegelten Straßen ab, aus der Luft hielt ein Helikopter Ausschau nach dem Fluchtwagen. Ohne Erfolg. Womöglich war das Killerkommando schon längst in den Niederlanden. Vom Tatort zur Grenze sind es nur knapp acht Kilometer.

Am Tag nach dem Mord an dem Hells Angel klebt ein Polizeisiegel an der Haustür. Auf dem gepflasterten Hof klebt noch sein Blut. Mit gelber Farbe hat die Polizei Spuren markiert. In der Fahrertür eines Audis auf dem Grundstück ist ein Einschussloch mit einem Klebe-Maßband umrandet. Das Geschoss aus einer offenbar großkalibrigen Schusswaffe schlug mit einer solchen Wucht ins Blech ein, dass es großflächig eingedrückt wurde.

Den Mann, der hier mit seiner Familie wohnte, kannten seine Nachbarn nur vom Sehen. Bei den seltenen Begegnungen grüßte er aber stets freundlich, berichten sie. Doch meist blieb er hinter den hohen Betonmauern. Wohl aus gutem Grund. Nach Informationen gab es schon einmal einen Anschlag auf den Hells Angel. Damals überlebte er.

Rocker könnten Rache nehmen
Zu den Hintergründen der Tat und einem möglichen Motiv machten Polizei und Staatsanwaltschaft noch keine Angaben. Wenn der Mord mit der Zugehörigkeit zu den Rockern in Verbindung steht, dürften seine Club-„Brüder“ auf Rache sinnen. Nordrhein-Westfalen könnte ein neuer Rockerkrieg drohen.
Denn in der Szene gärt es ohnehin. Zuletzt geriet in Dortmund Ex-Rocker-Boss Elvedin M. alias „Eko the Troublemaker“ (44) immer wieder ins Visier seiner ehemaligen Brüder. Mehrmals wurde bereits auf sein Haus in Dortmund geschossen, die Kugeln schlugen aber nur in die Fassade ein.

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