Berlin – Bill Gates schlägt Alarm mit Blick auf die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Der Microsoft-Mitbegründer befürchtet den Verlust von Millionen Arbeitsplätzen, die Entstehung neuer Biowaffen und eine zunehmende Machtballung bei großen Konzernen. In einem aktuellen Aufsatz fordert der Tech-Milliardär nun sogar, bestimmte Berufe dauerhaft für Menschen zu reservieren.

Gates erklärt: „Many jobs will disappear forever.“ – also: Viele Arbeitsplätze werden dauerhaft verschwinden. Besonders stark betroffen seien dabei Branchen wie Recht, Kundenservice, Medizin, Softwareentwicklung und Industrie. KI werde dort „im Laufe eines Jahrzehnts statt über mehrere Generationen hinweg“ zunehmend Aufgaben übernehmen.

Nicht alles sollte Maschinen überlassen werden

„Ich denke, dass wir bestimmte Dinge ausschließlich Menschen überlassen werden, je besser KI und Roboter werden.“ Dafür hat er sogar einen eigenen Ausdruck kreiert: „Human Reserved“ – also Tätigkeiten, die Menschen vorbehalten bleiben sollen.

Seine Begründung: Manche Aufgaben lassen sich schlichtweg nicht durch Roboter ersetzen. Als Beispiel führt Gates die Betreuung seines Vaters an, der vor sechs Jahren an Alzheimer verstorben ist. Über die Menschen, die ihn gepflegt haben, sagt er: „Etwas an der Fürsorge, die sie meinem Vater gaben, war unersetzlich menschlich. Kein Roboter hätte das tun können oder tun sollen.“

Sind Büro-Jobs in Gefahr? Feuern sogar Roboter bald menschliche Mitarbeiter, wie in diesem (KI-generierten)?
Quelle: Infografik/KI generiert

Besonders deutlich wird Gates bei schlechten Nachrichten vom Arzt: „Stellen Sie sich vor, ein Roboter würde Ihnen die schreckliche Nachricht überbringen, dass Sie an einer unheilbaren Krankheit leiden. Es gibt keinen technischen Grund, warum er das nicht könnte. Aber er sollte es nicht tun.“

Gates warnt nicht nur vor Jobverlusten

KI könne zudem die Entwicklung neuer, tödlicher Krankheiten erleichtern. Zwar werde die Technologie lebensrettende Fortschritte bei Medikamenten und Impfstoffen ermöglichen. Gleichzeitig gelte jedoch: „Sie wird es auch einfacher machen, eine neue tödliche Krankheit zu entwickeln.“

Auch autonome Waffen bereiten Gates Sorgen. Sie könnten Regierungen in die Lage versetzen, tödliche Gewalt einzusetzen, „ohne dass ein Mensch Teil der Entscheidung ist“. Außerdem werde die Überwachung und Manipulation der öffentlichen Meinung „einfacher, billiger und auch wirksamer“.

Reden die Tech-Bosse die KI-Gefahr klein?

Besonders brisant: Gates wirft Teilen der Tech-Branche vor, die Risiken bewusst herunterzuspielen. Der „New York Times“ sagte er über führende Technologie-Manager: „Sie sagen jetzt zueinander: ‚Hey, sag das lieber nicht. Das schadet uns. Wir versuchen gerade, die nächste Billion Dollar einzusammeln.‘“

Seine Warnung fällt drastisch aus: „KI wird entweder der größte Gleichmacher sein, der je erfunden wurde, oder die schlimmste Quelle von Ungerechtigkeit.“ Und weiter: „Selbst unter den besten Umständen wird der Übergang in dieses neue KI-Zeitalter eine der turbulentesten Zeiten in der Geschichte der Menschheit sein.“ Anders gesagt: Die KI-Revolution kommt. Die Frage bleibt nur, welche Aufgaben die Menschen am Ende noch selbst übernehmen werden.