Ende September läutet der DFB eine neue Ära ein. Dann bittet Jürgen Klopp (59) als frisch gekürter Bundestrainer erstmals zum Mannschaftstraining. Sein Pflichtspiel-Debüt folgt am 24.9. in der UEFA Nations League gegen die Niederlande.

Die Wahl des 59-Jährigen als Nachfolger von Julian Nagelsmann (39) gilt bei den meisten Fachleuten als beste Lösung für die Zukunft – auch, weil es schlicht an Alternativen mangelt, sowohl in der Öffentlichkeit als auch beim Verband? Zumindest der Auswahlprozess stößt bei 96-Patron Martin Kind (82) auf Kritik. „Diese Entscheidung lässt sich durchaus begründen. Andererseits muss ich festhalten: Bei Klopp stand die Entscheidung bereits fest, als Nagelsmann gescheitert war“, erklärt der Investor im Gespräch. „Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte: Über andere Optionen wurde überhaupt nicht gesprochen.“

Hannover 96: Kind zweifelt am Klopp-Verfahren

Mit seiner „Noch“-Aussage vor dem WM-Start bezüglich Nagelsmanns Rolle als Bundestrainer hatte Klopp selbst für Verwirrung gesorgt. Dass intern beim DFB keine weiteren Namen im Raum standen, erscheint kaum glaubhaft. Dennoch betont Kind: „Es ist eine gute Entscheidung, wenngleich das Prozedere dahinter etwas holprig war. Klopp bringt zweifellos enorm viel Erfahrung mit und hat eine außergewöhnliche Pressekonferenz abgehalten, die nur er so gestalten kann. Er hat alle wichtigen Punkte angesprochen.“


Einen anderen DFB-Mitarbeiter hätte Kind sich allerdings auch gern als Verantwortlichen bei Hannover 96 vorstellen können: Per Mertesacker (41). Der Weltmeister übernimmt zum 1. Januar 2027 die Position von Andreas Rettig (63) als Sport-Geschäftsführer. Mertesacker hätte ebenso Sport-Boss bei 96 werden können. „Es gab immer wieder lose Kontakte. Dass der DFB ihn nun verpflichtet hat, ist eine große Anerkennung für ihn. Seine Entscheidung ist nachvollziehbar. Wir bleiben in Verbindung, und wer weiß, was die Zukunft bringt. Er ist Hannoveraner und hier stets willkommen“, so Kind.

Dass Mertesacker die Aufgabe meistern wird, davon ist Kind fest überzeugt: „Ich bin sicher, dass Per Mertesacker eine gewisse Einarbeitungszeit benötigt, um in die Strukturen hineinzufinden und seine Rolle zu definieren. Doch ich traue ihm den Job vollkommen zu. Er ist wissbegierig, lernfähig und bringt viel Erfahrung mit. Er muss sich lediglich in das DFB-Netzwerk einarbeiten, seine Position finden und diese anschließend ausfüllen.“