Schleiz (Thüringen) – Vermieter Manuel Metzner (39) steht in seiner 42-Quadratmeter-Wohnung und ringt angesichts des Ausmaßes der Verwüstung um Fassung: Berge von Unrat, ein verbrannter Bodenbelag sowie eine zertrümmerte Tür- und Fensterscheibe prägen das Bild. Der Kaufmann im Einzelhandel hatte die frisch renovierte Immobilie als Sozialwohnung an ein Paar (30, 40), das beide Leistungen nach dem Bürgergeldbezug erhält, vergeben. Jetzt sieht er sich mit einem kostspieligen Problem konfrontiert.

Dabei deutete anfänglich alles auf eine unkomplizierte Vermietung hin. „Ich inserierte die Wohnung auf einer Kleinanzeigen-Plattform, woraufhin sich das Paar bei mir meldete“, berichtet er. „Sie legten sämtliche geforderten Dokumente vor: eine Bescheinigung über bestehende Mietschuldenfreiheit der vorherigen Wohnungsbaugesellschaft sowie einen Bewilligungsbescheid des Jobcenters, der die Übernahme von Kaltmiete und Kaution zusicherte.“ Auch ein persönliches Kennenlernen habe stattgefunden: „Der Eindruck, den sie hinterließen, war durchaus positiv.“

Ein Betreten der Wohnung ist kaum möglich, den Boden bedeckt eine Schicht aus Abfall
Ein Blick in die vom Vermieter bereitgestellte neue Küche: Überall verteilt liegen gefüllte Müllbeutel, Umzugskartons und verdorbene Nahrungsmittel

In den ersten fünf Monaten überwies das Jobcenter die monatliche Kaltmiete von 290 Euro sowie die Nebenkosten in Höhe von 150 Euro direkt auf sein Konto – stets termingerecht, wie Metzner betont. Danach jedoch, so schildert der Eigentümer, hätten sich die Mieter die Sozialleistungen auf ihr privates Konto auszahlen lassen und die fälligen Mietzahlungen anschließend schlichtweg eingestellt.

In sechs Monaten 30 Polizeieinsätze verzeichnet

Damit nicht genug: Die Anwohner in Schleiz waren bereits kurz nach dem Einzug der beiden Neuzugänge erheblich genervt. Über einen Zeitraum von sechs Monaten sei die Polizei mindestens 30-mal ausgerückt – „wegen lautstarker Auseinandersetzungen, tätlicher Übergriffe untereinander, exzessivem Alkoholkonsum und Ruhestörung“, erklärt der Vermieter. „Auf der Freifläche vor der Wohnung installierte der Mann Lautsprecherboxen, spielte Musik in voller Lautstärke und intonierte dazu Karaoke – dies führte permanent zu Konflikten mit der Nachbarschaft.“ Polizeisprecherin Stefanie Kurrat bestätigt die Einsätze: „Das Spektrum der gemeldeten Straftaten reichte von Verleumdung über Sachbeschädigung, Körperverletzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bis hin zu Lärmbelästigung.“

Diese beiden Mieter haben seit Anfang Januar 2025 mindestens 30 Polizeieinsätze verursacht

Nachdem Manuel Metzner über sieben Monate keine Mietzahlungen mehr erhalten hatte und zudem den Eindruck gewann, die Wohnung sei verlassen worden, wollte er sich selbst ein Bild von der Lage machen. „Allerdings ist mir das als Vermieter ohne vorliegenden Räumungstitel nicht gestattet.“ Die Mieterin habe sich zwischenzeitlich in ein Frauenhaus im Freistaat Sachsen begeben, während ihr Partner nach Bayern abgereist sei. Reaktionen auf seine Kontaktversuche blieben aus. „Erst durch die Betreuerin der Frau erhielt ich den Schlüssel – und war angesichts des Zustands sprachlos. Überall lagen Kleidungsstücke verstreut, es gab regelrechte Kippenberge, verfaulte Essensreste, und im Kühlschrank hatte sich Leben gebildet.“ Von der Betreuerin habe er zudem die schriftliche Genehmigung erhalten, die Räumlichkeiten auf eigene Kosten zu leeren. Zusätzlich habe er das Mietverhältnis mit beiden außerordentlich gekündigt.

Im Wohnzimmer: herumliegende Kleidung, Zigarettenstummel und offene Mahnschreiben

Inzwischen ist Manuel Metzner darüber informiert: „Auch ihre vorherige Unterkunft hatten sie in einem desolaten Zustand hinterlassen.“ Diese Information sei ihm jedoch vor Abschluss des Mietvertrags nicht zugänglich gewesen. „Wünschenswert wäre ein Frühwarnsystem, ein Zusammenschluss von Vermietern, die sich gegenseitig austauschen können. Dann hätte ich das verhindern können.“

Die entstandenen Sachschäden, die das Paar hinterlassen hat, beziffert der Eigentümer nach eigener Schätzung auf etwa 5000 Euro – zusätzlich zu den ausstehenden Mietforderungen. Beide Mieter verfügten über keine Haftpflichtversicherung. Metzner zeigt sich resigniert: „Ich werde wohl auf den Kosten sitzen bleiben.“