São Paulo (Brasilien) – Die letzten Momente der Maria (†21) aus Brasilien waren wohl von kurzer Dauer. Ob sie das Geschehen noch bewusst erfasste, bleibt ungewiss. Doch die bloße Vorstellung ihrer möglichen Panik und Qualen ist erschütternd. Die Studentin starb, weil Männer sie von einer Brücke stießen – ohne das rettende Bungee-Seil! Die fadenscheinige Entschuldigung der Verantwortlichen: Sie hätten „einen Aussetzer“ gehabt. Doch damit nicht genug der grausamen Details: Eine Ersthelferin schildert nun die dramatischen Augenblicke nach dem tödlichen Sturz.
„Alle schrien: Das Seil, das Seil!“
Als Maria in die Tiefe stürzt, ist Rayza Gabrieli Dias Delfino in unmittelbarer Nähe. Die Krankenschwester will an diesem Tag selbst von der Todesbrücke in Limeira im Bundesstaat São Paulo springen und steht bereits in der Warteschlange. Mit ihrem Handy filmt sie Maria sogar bei den Vorbereitungen. Dann die unfassbaren Szenen: Drei Männer heben Maria über die Brüstung der 40 Meter hohen Brücke – für einen sogenannten Pendelsprung. „Als sie fiel, hörte ich alle rufen: ‚Das Seil, das Seil‘“, erinnert sich Delfino.
Krankenschwester eilt zur verunglückten Maria
Nach dem Unglück eilt sie sofort zum Fuß der Ponte do Esqueleto (auf Deutsch: Skelettbrücke). Laut Delfinos Schilderungen war es extrem schwierig, zu Maria zu gelangen. „Ich habe mir die ganze Hand aufgeschürft, weil es dort einen steilen Abhang gibt und nur ein einziges Seil, an dem wir hinunterklettern konnten“, sagt sie am Sonntag dem brasilianischen Fernsehsender „Domingo Espetacular“. „Alles war voller Schlamm. Ich bin immer weiter nach unten gegangen.“

Studentin hatte „sehr schwachen Puls“
Delfino schafft den beschwerlichen Abstieg zu Maria. Dann sagt sie im Interview Sätze, die kaum zu glauben sind: „Ich habe sogar mit ihr gesprochen.“ Die junge Studentin lebte also noch, hatte laut Delfino „einen sehr schwachen Puls“! Ob Maria ihr antworten konnte oder bei Bewusstsein war, geht aus den Schilderungen der Krankenschwester nicht hervor. Sie fährt fort: „Ich habe die Angewohnheit, zu scherzen und zu sagen: ‚Bei mir stirbt niemand in meiner Schicht.‘“ Das habe sie auch zu Maria gesagt. Doch vergeblich: Dieses Mal kann sie ihre Patientin trotz Wiederbelebungsmaßnahmen nicht retten.
Den Moment, als Marias Körper den Kampf gegen die schweren Verletzungen aufgibt – die Krankenschwester kann ihn hören. „Sie stieß diesen Seufzer aus, der nach dem Tod auftritt“, sagte sie laut dem brasilianischen Nachrichtenportal „G1“ gegenüber der Polizei.

Drei Männer müssen sich für Marias Tod verantworten
Laut „O Globo“ wurden drei Beschuldigte wegen Totschlags angeklagt. „Es handelte sich um ein Team ohne jegliche Genehmigung, das nicht einmal die Erlaubnis hatte, dort zu sein“, sagte Ermittlerin Andrea Dantas Levy dem Portal aus Brasilien. Laut Krankenschwester Delfino waren bereits zwei Männer bei Maria, als sie dazustieß. Laut dem Pädagogen Rafael Goulart, der ebenfalls vor Ort war, nahm „einer der Mitarbeiter die GoPro-Kamera“ von Marias Körper. Keiner der beiden Zeugen berichtet davon, dass die Männer Maria haben helfen wollen.
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