Berlin – Direkt im Anschluss an den Terroranschlag auf den Christopher Street Day startete die Fahndung nach dem Täter: Abdul Ballout (21) floh vom Großen Tiergarten zunächst zu Fuß durch die ausgelassene Menschenmenge bis zum Bahnhof Friedrichstraße, ehe er untertauchte. Nur wenige Stunden später jedoch führte die Polizei eine heiße Spur zu ihm – dank Informationen aus dem engsten Familienkreis.

Wie The Pik aus Ermittlerkreisen berichtet wurde, avancierten Ballouts Vater und ein Bekannter zu den zentralen Hinweisgebern in dem Verfahren. Beide stellten sich hinter die Behörden. Ein Freund des Vaters lieferte den Spezialisten der Terrorabwehr schließlich den ausschlaggebenden Tipp, der zur Kleingartenanlage in Berlin-Spandau führte. In der ungenutzten Parzelle 46 hatte sich der junge Dschihadist nach der Bluttat (ein Todesopfer, mehr als 30 Verletzte) verborgen gehalten. Bei dem Versuch, mit einem Messer auf die Einsatzkräfte des SEK loszugehen, wurde er erschossen. Der Vater besitzt in unmittelbarer Nähe der Anlage Burgwallschanze seine Wohnung. Er lebt bereits seit geraumer Zeit getrennt von der Mutter und Abdul.

Mit diesem gemieteten Transporter raste der Terrorist während des CSD in den Großen Tiergarten, tötete eine Polin (65) und verletzte mehr als 30 Menschen zum Teil schwer

„Du befindest dich auf dem falschen Pfad“

Wie der „Spiegel“ berichtet, hatte der Vater über Jahre hinweg versucht, auf seinen Sohn einzuwirken und ihm die Verirrung seines dschihadistischen Weges vor Augen zu führen. Den Akten zufolge sandte er ihm im Sommer 2025 eine Sprachnachricht: Sein Sohn sei auf dem „falschen Pfad“ und solle endlich „aufwachen“. Diese Worte verhallten jedoch ungehört.

IS-Terroristen 2014 im syrischen Raqqa – der Terrormiliz wollte sich der Attentäter Abdul Ballout anschließen (Archivfoto)

Ebenso war es der Vater, der seinen Sohn am 17. November vergangenen Jahres auf dem Rückweg aus dem Libanon nach Deutschland begleitete. Dort war Ballout gestrandet und schließlich verurteilt worden, nachdem er versucht hatte, der Terrororganisation IS beizutreten. An jenem Wintertag wurde Abdul Ballout am Flughafen BER festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Die Anschuldigung: Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Im Mai 2026 verhängte das Gericht eine Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten gegen Ballout, doch das Amtsgericht entließ ihn im Rahmen einer „Vorbewährung“ auf freien Fuß. Mit verhängnisvollen Konsequenzen.