Arabisches Meer – Endlich Entlastung für die erschöpfte Mannschaft der USS Abraham Lincoln: Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, entsendet die US-Marine den Flugzeugträger USS George Washington in die Region, um das seit über 250 Tagen ununterbrochen im Einsatz befindliche Schiff abzulösen. Zuvor waren Berichte über mehrere Suizidversuche und untragbare Zustände an Bord bekannt geworden.

Der geplante Austausch kommt zur rechten Zeit. Der Langzeiteinsatz der USS Abraham Lincoln forderte seinen Tribut von der Besatzung: Seit dem Auslaufen aus San Diego am 21. November verbrachte die Mannschaft mehr als 250 Tage auf See – lediglich zwei kurze Landgänge waren ihr vergönnt, ein Tag auf Guam im Dezember und ein weiterer im Oman im Juli. Eigentlich hätte die Mission bereits im Mai abgeschlossen sein sollen, doch die Eskalation im Iran-Konflikt führte zu wiederholten Verlängerungen.

Genau diese unendliche Verlängerung hat inzwischen auch US-Parlamentarier auf den Plan gerufen, die sich um die Lebensumstände an Bord sorgen. Der demokratische Abgeordnete Mike Levin (47) schilderte zuvor alarmierende Zustände: verschimmelte Duschen, defekte Sanitäranlagen, eine wochenlang außer Betrieb befindliche Wäscherei sowie zeitweise ausbleibendes Warmwasser. Auch die Verpflegung sei knapp geworden – mitunter habe es lediglich eine halbe Tasse Reis und zwei Tortillas pro Mahlzeit gegeben. Zudem seien Hygieneartikel wie Seife, Deodorant und Zahnpasta kaum noch verfügbar gewesen.

Ein hochmoderner F-35-Jet startet während des Iran-Kriegs auf der USS Abraham Lincoln
Quelle: Aus dem Internet

Mehrere Besatzungsmitglieder haben Suizidgedanken

Die immense psychische Belastung hat offenbar mehrere Soldaten an ihre Grenzen gebracht. Bei einer öffentlichen Anhörung der US-Marine berichtete die Ehefrau eines Soldaten unter Tränen, ihr Mann habe ihr geschrieben, er wünsche sich, „morgen nicht mehr aufzuwachen“ – so die Militärzeitung „Stars and Stripes“. Ein weiteres Crewmitglied soll laut „Navy Times“ sogar versucht haben, sich über Bord zu stürzen, nachdem sein Einsatz erneut ausgedehnt worden war.

Das US-Militär zeigte sich angesichts der Vorwürfe zurückhaltend: Ein Sprecher erklärte, die Mannschaft sei durch die lange Mission zwar stark gefordert, bleibe jedoch „widerstandsfähig und einsatzbereit“; das Schiff sei voll funktionsfähig. Zudem stünden allen Soldaten Psychologen, Militärgeistliche und Ärzte zur Verfügung.