Thessaloniki (Griechenland) – Was als routinemäßiger Ryanair-Flug von Thessaloniki nach Memmingen startete, verwandelte sich innerhalb von Sekunden in einen Albtraum. Kurz nach dem Abheben erschütterte ein lauter Knall die Kabine. Ein Fenster direkt neben Sitzplatz 11F zerbrach. Passagier Ljubiša Karović (61) wurde mitgerissen – bei rund 600 km/h in etwa 4500 Metern Höhe ragten sein Kopf und sein rechter Arm aus dem Flugzeug. Jetzt ist die Ursache für das zerstörte Fenster geklärt.
Die Ermittler des National Transportation Safety Board gaben am Donnerstag in ihrem Bericht bekannt, dass Triebwerksteile das Fenster getroffen hatten. Die US-Behörde hatte die Untersuchung von ihren griechischen Kollegen übernommen.
Laut dem Bericht brach ein Flügel des Triebwerks ab und schleuderte Trümmerteile durch die Luft. Diese beschädigten den Rumpf an mehreren Stellen – einschließlich des betroffenen Fensters. Zusätzlich fanden die Ermittler Vogelreste im Inneren des Triebwerks. Dies legt nahe, dass die Maschine beim Start möglicherweise mit Vögeln kollidiert war.
Der Vorfall vom 10. Juli erregte weltweit Aufsehen. Karović wurde danach in einem Krankenhaus in Thessaloniki behandelt. Der Mann, der beinahe aus dem Flugzeug gesaugt worden wäre, erlitt Verletzungen an Hals und Schulter sowie Reibungsverbrennungen.

Seine Frau hielt ihn fest
Seine Ehefrau sowie zwei weitere Passagiere hielten ihn fest. „Die Frau neben ihm klammerte sich an seine Hand, ich zog fünf Minuten lang an seinen Beinen“, erzählte seine Frau Svetlana Maksimovic (48) drei Tage nach dem Unglück. Sie hatte ihren Mann auf einer Geschäftsreise nach Deutschland begleitet. Der Serbe reiste regelmäßig nach Deutschland.

Doch dieser Flug hat tiefe Spuren hinterlassen. Noch heute zittert Karović, wenn ein Flugzeug über ihn hinwegfliegt. Bei der betroffenen Maschine handelte es sich laut NTSB um eine Boeing 737-800. Der Flug von Griechenland nach Deutschland wurde von Malta Air, einer Tochtergesellschaft von Ryanair, durchgeführt.







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