London – Russland weitet den Schutz seiner U-Boot-Flotte durch Anti-Drohnen-Netze erheblich aus – und das mehrere tausend Kilometer vom Kriegsgebiet in der Ukraine und den dort stationierten Angriffsdrohnen entfernt. Dies belegen neue Satellitenaufnahmen, die eine Nachrichtenagentur ausgewertet hat. Die jüngsten Bilder, die der US-Raumfahrt-Informationsdienst Vantor am Dienstag aufgenommen hat, zeigen mehr als ein halbes Dutzend U-Boote auf dem Atom-U-Boot-Stützpunkt Rybachiy auf der russischen Halbinsel Kamtschatka, die mit solchen Netzen überzogen sind.
Im Mai waren auf dem Stützpunkt, der als zentraler Dreh- und Angelpunkt für die Pazifikflotte der russischen Marine fungiert und sowohl atomgetriebene ballistische Raketen-U-Boote als auch Angriffs-U-Boote beherbergt, lediglich zwei mit Netzen geschützte U-Boote zu sehen.

Ukrainische Drohnenangriffe werden zunehmend bedrohlicher
Obwohl Rybachiy mehr als 7000 Kilometer östlich der Ukraine liegt, ähneln die Anti-Drohnen-Netze jenen Schutzmaßnahmen, die Russland in unmittelbarer Nähe des Konflikts ergriffen hat, um Einrichtungen und Marineeinheiten am Schwarzen Meer abzusichern. Die Präsenz dieser Abwehrsysteme so weit abseits des Gefechtsfelds legt nahe, dass Russland seine Verwundbarkeit gegenüber Drohnenattacken weit über das direkte Kampfgebiet hinaus wahrnimmt – einschließlich seiner Pazifikflotte. Die ukrainischen Streitkräfte haben unter Beweis gestellt, dass sie tief ins russische Hinterland vorstoßen können, indem sie Drohnen auf Ziele in mehr als 1500 Kilometern Entfernung ins feindliche Territorium abfeuern.
Darüber hinaus hat Kiew Angriffe aus noch größerer Distanz ausgeführt, indem es Kampfdrohnen nicht vom eigenen Staatsgebiet aus startete, sondern vom russischen Boden aus. Bei der Operation „Spiderweb“ im Juni 2025 schwärmten Drohnen über russische Luftwaffenstützpunkte in der Arktis, in Sibirien und sogar im Fernen Osten nahe der nordöstlichen Grenze zu China. Diese Aktionen scheinen beim Kreml-Chef Wladimir Putin (73) eine ausgeprägte Drohnen-Paranoia ausgelöst zu haben.
Zusätzlich zu Netzen kommen Anti-Drohnen-Käfige zum Einsatz
Vantor-Bilder vom Juni belegen zudem, dass Russland mindestens drei U-Boote am Marinestützpunkt Noworossijsk im Südwesten der Region Krasnodar mit Drohnenabwehrkäfigen ausgestattet hat, die deren Kommandotürme abschirmen. Diese Basis dient als Heimathafen für Moskaus Schwarzmeerflotte und war wiederholt das Ziel ukrainischer Drohnenattacken. Das britische Verteidigungsministerium teilte am Dienstag in einem Geheimdienstbericht mit, dass diese Käfige „als vorbeugende Maßnahme angesichts der erweiterten Fähigkeiten der Ukraine, Ziele fernab der Frontlinie zu treffen, installiert wurden“.
Die Ukraine hat wiederholt mit explodierenden Meeresdrohnen Noworossijsk attackiert; als Antwort darauf versucht Russland, den Stützpunkt durch das Auslegen massiver Barrieren im Wasser zu sichern. Die Anti-Drohnen-Käfige sollen Marineeinheiten vor Luftbedrohungen bewahren.
Käfigpanzerungen haben sich auf dem Gefechtsfeld als weit verbreitete Taktik etabliert. Frühe Ausführungen wurden an Panzern und anderen gepanzerten Fahrzeugen montiert, um zusätzlichen Schutz vor Drohnen oder Splittergeschossen zu gewährleisten. Seither hat sich diese Methode ausgebreitet, ähnlich wie die Anti-Drohnen-Netze. Russland setzt verstärkt auf diese Schutzvorrichtungen, um Infrastruktur und Einrichtungen wie Energieanlagen, Fabriken zur Waffenherstellung und seit diesem Jahr auch U-Boote abzusichern.

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