Berlin – In Sachsen-Anhalt steuert alles auf einen spannenden Wahlabend zu: Am 6. September wird ein neuer Landtag gewählt. Einer aktuellen INSA-Erhebung zufolge liegt die AfD in der Wählergunst deutlich vorn. Ob ihr das letztlich auch das Amt des Ministerpräsidenten beschert, könnte allerdings vom Bündnis Sahra Wagenknecht abhängen. Die Partei von Sahra Wagenknecht könnte der AfD womöglich den Weg an die Regierungsspitze ebnen. Sollte die AfD nämlich die absolute Mehrheit verfehlen, wäre sie auf Unterstützung angewiesen.

Der Hintergrund: In den ersten beiden Wahlgängen dürfte weder CDU-Ministerpräsident Sven Schulze (47) noch AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund (35) die notwendige absolute Mehrheit erreichen. Erst im dritten Wahlgang genügt die einfache Mehrheit – und genau an dieser Stelle kommt dem BSW eine Schlüsselrolle zu. Verzichtet die Wagenknecht-Partei auf eine Stimmabgabe, könnte Siegmund zum Regierungschef gewählt werden. Die AfD käme laut Umfrage auf 42 Prozent und läge damit vor den zusammen 41 Prozent von CDU, SPD und Linken. Würde das BSW hingegen die CDU unterstützen, hätte Schulze gute Chancen.

Sonntagsfrage Sachsen-Anhalt
Quelle: KI-generiert

Wagenknecht-Partei will AfD-Regierungschef nicht blockieren

Doch genau diese Unterstützung schließt Wagenknecht aus. Ihre Ansage: „Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD.“ Und sie legt nach: „Sollten die anderen Parteien unser Modell ablehnen, werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten.“ Die Konsequenz wäre weitreichend: Die AfD hätte die meisten Stimmen und könnte den Ministerpräsidenten stellen.

Ob dieses Szenario tatsächlich eintritt, bleibt jedoch ungewiss. FDP und Grüne, die aktuell bei vier Prozent liegen, könnten den Einzug in den Landtag noch knapp schaffen – und damit die Mehrheitsverhältnisse grundlegend verschieben. Würden beide Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden, würde es für die AfD deutlich schwerer, einen eigenen Ministerpräsidenten durchzusetzen, da dann mehr Parteien gegen Siegmund stimmen könnten.