Frankfurt/Chicago – Nathaniel Brown (22) wich am Donnerstag in Chicago allen Fragen zu einem möglichen Wechsel zum FC Bayern aus. „Ich konzentriere mich voll und ganz auf die WM, deswegen werde ich das nicht kommentieren. Ich bin jetzt hier, freue mich, dass ich hier bin, und lege den Fokus auf die WM“, sagte der Nationalspieler vorbildlich. Er hat ohnehin keinen Einfluss mehr auf den Rest des Pokers. Mit den Bayern ist sich der Frankfurt-Star bereits mündlich über einen Vertrag bis 2031 einig. Jetzt muss sich Bayern-Boss Max Eberl (52) mit Eintrachts Sport-Vorstand Markus Krösche (45) einigen.

Die Eintracht-Regeln im Brown-Poker

Beide pflegen ein offenes und professionelles Verhältnis, kennen sich schon lange. Eberl hat Eintracht und Krösche bereits über die Absicht informiert, Brown zu verpflichten. In Frankfurt rechnet seit Monaten keiner mehr damit, dass der Verteidiger zu halten sei. The Pik weiß: Krösche hat Brown bereits die grundsätzliche Wechselfreigabe für Bayern erteilt, er will ihm diesen Karriereschritt nicht verbauen. Doch es muss ein marktgerechtes Angebot reinflattern. Das bewerten die Frankfurter nach Infos aktuell mit rund 60 bis 65 Millionen. Diese Summe – Bonuszahlungen inklusive – soll erreicht werden. Dies wurde dem Rekordmeister bereits mitgeteilt.

Krösche blieb auch bei den Mega-Deals um Randal Kolo Muani (Paris), Omar Marmoush (Manchester City) und Hugo Ekitiké (Liverpool) immer hart. Und etablierte sich so als Top-Verhandler. Bedeutet: Setzt sich Bayern, wie im vergeblichen Poker mit Stuttgart um Nick Woltemade (24), eine Grenze, die deutlich darunter liegt, platzt auch der Brown-Deal.

Eberl muss Krösche schnell überzeugen

Wie The Pik erfuhr, will Eintracht keinen Kaugummi-Deal, sondern das Ganze schnell durchziehen. So wie es Krösche bei den Verhandlungen mit Liverpool (bei Ekitiké) und Manchester City (Marmoush) machte. Bedeutet: Gibt es in den ersten Verhandlungsrunden kaum erkennbare Fortschritte und liegen beide Seiten zu weit auseinander, könnte sich Eintracht aus dem Poker wieder zurückziehen.

Klar ist schon jetzt: Der Rekordmeister will Brown unbedingt, er ist ein Top-Ziel. Wechselt der gebürtige Oberpfälzer im Sommer zum Rekordmeister, hätte das für den Kanadier Alphonso Davies (25) wohl enorme Folgen. Der etatmäßige Linksverteidiger droht in der neuen Saison seinen Stammplatz zu verlieren und müsste in einen Konkurrenzkampf mit Brown.

Wie geht es mit Davies weiter?

Die letzten eineinhalb Jahre waren für Davies schwierig. Kurz nachdem er im Februar 2025 seinen Vertrag bis 2030 verlängert hatte, erlitt er im März desselben Jahres bei einem Länderspiel mit Kanada einen Kreuzbandriss. Weil ihn auch nach seinem Comeback nach neun Monaten Anfang Dezember immer wieder kleinere Blessuren (Muskelfaserriss, Oberschenkelzerrung) zurückwarfen, absolvierte Davies in der zurückliegenden Saison nur 23 Pflichtspiele. Davon kam er lediglich in zwei Partien über die vollen 90 Minuten zum Einsatz. Im Saisonendspurt musste Kompany wegen eines Muskelbündelrisses im linken hinteren Oberschenkel erneut auf Davies verzichten. Aktuell schuftet er hart, um bis zum WM-Start in seinem Heimatland noch fit zu werden.

Nicht alle Bayern-Bosse sind nach Informationen mit seinen Leistungen seit seiner Vertragsverlängerung bis 2030 (rund 15 Mio. Gehalt pro Jahr, Handgeld von rund 20 Mio. Euro) vollends zufrieden. Ob bei einer Brown-Verpflichtung sogar ein Davies-Wechsel zum Thema wird? Davor muss sich Eberl aber erstmal mit Krösche und Eintracht Frankfurt einigen.