Oslo (Norwegen) – Mette-Marit (52) könnte jederzeit den lebensrettenden Anruf erhalten, dass eine passende Spenderlunge bereitsteht. Sollte es so weit kommen und die norwegische Kronprinzessin zur Transplantation gerufen werden, ist ihre Familie für sie da. Nur einer fehlt: ihr ältester Sohn Marius Borg Høiby (29). Seit Februar sitzt der in rund 40 Fällen Beschuldigte in Untersuchungshaft. Am kommenden Montag fällt das Urteil. Darf er nun wegen des Gesundheitszustands seiner Mutter die Haft verlassen?

Zum vierten Mal versucht er, die Gefängniszelle gegen eine elektronische Fußfessel einzutauschen. Dreimal lehnten die Gerichte auf allen Ebenen ab. Keines seiner Argumente zog. Nun der neue Antrag, der am Montag vor dem Osloer Amtsgericht verhandelt wird. Die neue Begründung: Marius möchte bei seiner schwer kranken Mutter Mette-Marit sein.

Mette-Marit am 17. Mai an der Seite von Ehemann Haakon (52) bei einer Veranstaltung in Oslo. Über die Nasenbrille bekommt die Kronprinzessin Sauerstoff zugeführt
Mette-Marit am 17. Mai an der Seite von Ehemann Haakon (52) bei einer Veranstaltung in Oslo. Über die Nasenbrille bekommt die Kronprinzessin Sauerstoff zugeführt

Bekommt Marius eine Sondergenehmigung?

Ob das Gericht dem Antrag stattgibt, ist ungewiss, da die Strafvollzugsbehörde bereits zugesichert hat, ihm für wichtige Anlässe Freigang zu gewähren. Er könnte dann – in Begleitung der Polizei – an entscheidenden Arztterminen und Gesprächen teilnehmen. Allerdings wäre er keine tägliche Stütze für seine Mutter, die an lebensbedrohlicher Lungenfibrose leidet.

Marius muss sich seit Februar vor Gericht verantworten: Hier eine Gerichtszeichnung von Prozesstag 28 im März
Marius muss sich seit Februar vor Gericht verantworten: Hier eine Gerichtszeichnung von Prozesstag 28 im März

In Norwegen wird Untersuchungshaft grundsätzlich nur solange aufrechterhalten, wie die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Gerichte prüfen, ob ein dringender Tatverdacht besteht und ob etwa Flucht-, Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr vorliegt. In besonderen Einzelfällen, etwa bei gesundheitlichen Problemen oder veränderten Umständen, kann eine Entlassung aus der U-Haft erfolgen, wenn mildere Maßnahmen ausreichen. Insgesamt gilt in Norwegen: Über eine Entlassung aus der Untersuchungshaft entscheidet nicht der gesellschaftliche Status einer Person, sondern die konkrete rechtliche Lage im jeweiligen Fall.

Am 4. Juni besuchte Mette-Marit das Universitätsklinikum Rikshospitalet in Oslo
Am 4. Juni besuchte Mette-Marit das Universitätsklinikum Rikshospitalet in Oslo

Ex soll U-Haft-Entlassung befürworten

Einer der Gründe, warum Marius bisher in Haft bleiben musste: Er hat keines der verhängten Kontaktverbote respektiert und immer wieder verletzt. Die Polizei sprach von rund „2000 Mal“. Trotz Fußfessel könnte er jederzeit Kontakt mit seiner Ex-Freundin und Hauptbelastungszeugin aufnehmen. Aber: Die Ex, die unter dem Namen „Frau aus dem Frogner-Viertel“ bekannt ist, soll laut dem Medium „Nettavisen“ befürworten, dass Marius freikommt. Ihre Anwältin Mette Yvonne Larsen wollte dies jedoch nicht kommentieren oder bestätigen.

Kronprinz Haakon von Norwegen und Mette-Marit (nicht zu sehen) beim Verlassen des Gefängnisses in Oslo ...
Kronprinz Haakon von Norwegen und Mette-Marit (nicht zu sehen) beim Verlassen des Gefängnisses in Oslo ...
... sie hatten mit Prinz Sverre Magnus (20) den inhaftierten Marius besucht
... sie hatten mit Prinz Sverre Magnus (20) den inhaftierten Marius besucht

Der vorläufige Gerichtstermin ist für 13 Uhr angesetzt. Marius wird persönlich vor Gericht erscheinen. Allerdings kann sich der Zeitpunkt im Laufe des Tages ändern. Am Sonntag erhielt Marius Besuch von seiner Mutter Mette-Marit, seinem jüngeren Halbbruder Prinz Sverre Magnus (20) und Kronprinz Haakon von Norwegen (52). Fotografen lichteten die Royals beim Verlassen des Gefängnisses ab.