Berlin – Im aktuellen Sonntagstrend deutet sich eine historische Verschiebung an: Erstmals seit anderthalb Jahren würde die FDP laut der INSA-Erhebung im Auftrag der Bild wieder die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Für CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (59) hingegen ist das Resultat eine schwere Niederlage: In einer bundesweiten Befragung schnitt seine Partei noch nie so schlecht ab!
INSA-Geschäftsführer Hermann Binkert (61) erklärt: „Die CSU liegt seit vielen Wochen im INSA-Meinungstrend unter fünf Prozent, bei der letzten Bundestagswahl vor eineinhalb Jahren stand sie noch bei sechs Prozent.“ Auch Politikwissenschaftler Jürgen Falter (82, Uni Mainz) hat so etwas nach eigenen Angaben „noch nicht erlebt“. Falter betont: „Zum einen rüttelt es am Selbstverständnis der starken, mächtigen CSU. Zum anderen droht ein Machtverlust auf Bundesebene.“
Einzug in den Bundestag bleibt ungefährdet
Um den Einzug ins Parlament muss sich die CSU trotzdem keine Sorgen machen: Sollte eine Partei in mindestens drei Wahlkreisen die meisten Erststimmen erringen, zieht sie auch unterhalb der Fünf-Prozent-Marke in den Bundestag ein – und zwar nicht nur mit ihren Direktmandaten. Sie bekommt dann so viele Sitze, wie es ihrem Zweitstimmenergebnis entspricht. Da die CSU in Bayern traditionell fast alle Direktmandate gewinnt, wäre der Weg nach Berlin also gesichert.

CSU-Generalsekretär Martin Huber (48) stellt die Aussagekraft des Umfrageergebnisses infrage. Huber argumentiert: „Diese Zahlen sind nicht repräsentativ für Bayern. Aus einer bundesweiten Umfrage wurde Bayern nicht extra ausgewiesen, sondern lediglich herausgerechnet. Dies ist methodisch unsauber und nicht aussagekräftig. In Umfragen in Bayern steht die CSU stabil bei rund 37 Prozent und damit bundesweit über 5 Prozent.“
ABER: Die Umfragen, auf die Huber sich bezieht, betreffen Landtagswahlen. Bei diesen stünden die Landesregierung und der amtierende Ministerpräsident (Markus Söder) zur Wahl, nicht die Bundesregierung mit dem Kanzler. Und dabei schneidet die CSU in der Regel besser ab. So gaben bei der letzten Forsa-Umfrage zur Bundestagswahl (September 2025) nur 33 Prozent der bayerischen Wähler an, für die CSU stimmen zu wollen (zeitgleiche Umfrage zur Landtagswahl: 37 Prozent CSU). Seitdem hat sich das Ansehen von Schwarz-Rot im Bund und von Kanzler Merz weiter verschlechtert.
FDP würde wieder in den Bundestag einziehen
Ganz anders verläuft die Entwicklung bei der FDP: Sie erreicht aktuell 5 Prozent – zum ersten Mal wieder seit dem 20. Januar 2025. Seit Mai führt Wolfgang Kubicki (74) die Partei. An der Spitze bleibt die AfD mit 28 Prozent. Die Union verharrt bei 21 Prozent, sieben Punkte dahinter. Die Grünen kommen auf 14 Prozent, die SPD auf 12 Prozent, die Linke auf 11 Prozent. Das BSW scheitert mit 4 Prozent ebenso an der Fünf-Prozent-Hürde wie die sonstigen Parteien.
Für die schwarz-rote Regierung ist das ernüchternd: Union und SPD kommen zusammen nur noch auf 33 Prozent. Da neun Prozent der Stimmen auf Parteien unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde entfallen, reichen derzeit bereits 46 Prozent für eine Mehrheit der Sitze. Am wahrscheinlichsten bliebe eine Kenia-Koalition aus Union, Grünen und SPD – zusammen 47 Prozent. Rechnerisch hätte auch ein Bündnis aus Union und AfD mit 49 Prozent eine Mehrheit, politisch hat die Union das jedoch ausgeschlossen.







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