München – Normalerweise haben sich Rocker den Kodex auferlegt, nicht mit Ermittlungsbehörden zu sprechen. Dem Präsidenten des Münchner Charters „Hells Angels Munich Area", Okan K. (44), scheint das egal zu sein. Um nicht wieder in den Knast zu müssen, hat der vorbestrafte Türke ein Geständnis vor dem Amtsgericht München abgelegt.

K. war mit einem zweiten unbekannten Täter in einem VW Amarok unterwegs, als die beiden in der Rockefellerstraße Özcan Z. (36) in einem Mercedes entdeckten. Okan K. bremste plötzlich. Er und sein Begleiter stiegen aus und prügelten auf Z. und seinen Kumpel ein.

Zeugin dachte, das Opfer sei tot

Eine Zeugin will beim Rocker-Präsidenten auch einen Schlagring gesehen haben. Vor Gericht ließ sich das aber nicht mehr beweisen. Özcans Begleiter ging blutend zu Boden. Okan K. und sein unbekannter Schlägerkumpel traten dann gegen den Kopf ihres Opfers. Die geschockte Zeugin dachte, der regungslose Mann sei tot.

Richterin Alexandra Sedlmayr

Täter-Auto repariert und weiterverkauft

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Was die Rocker aber nicht wussten: Eine Zeugin machte ein Video, erkannte Özcan Z. und alarmierte die Polizei. Der entscheidende Durchbruch kam erst fünf Monate später. Ein Polizist entdeckte den Amarok mit auffälligen Felgen.

Rocker legt Geständnis über Anwalt ab

Der neue Besitzer des Autos stimmte einer Untersuchung zu. Danach rückten Ermittler im Haus des Hells-Angels-Präsidenten an und fanden die College-Jacke, die er beim Überfall getragen hatte.

Offenbar genug Material, um Okan K. über seinen Anwalt Jörg Sklebitz zu einem Geständnis zu bringen. Staatsanwalt Maximilian Beer forderte zwei Jahre Haft ohne Bewährung.

Richterin fällt mildes Urteil

Richterin Alexandra Sedlmayr verurteilte Okan K. zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und Z. zu einem Jahr auf Bewährung. Ihre Begründung: „Es war überraschend, dass Einlassungen kamen. Die Beweislage war nicht so wasserdicht. Ich bewerte das Geständnis deswegen als extrem hoch."

Ein Insider zu ThePik: „Normalerweise werden Rocker, die mit Polizei oder Gericht sprechen, rausgeworfen. Migrantische Rocker halten sich aber oft nicht an den Kodex."