Schweinfurt – Am 29. Juni 2025 offenbarte der 22-jährige Industriekaufmann Yanneck Z. der KI ChatGPT seine mörderischen Absichten: „Ich habe einen Mord an meiner Arbeitskollegin geplant. Ich habe Mordlust. Ich denke schon mein ganzes Leben daran, jemanden zu töten.“ Nur zwei Tage später führte er seinen Plan aus.
In den Büroräumen der Überlandwerke Rhön attackierte er seine 59-jährige Kollegin Daniela S. mit acht Messerstichen in Brust und Hals. „Sie haben sie abgeschlachtet“, konstatierte Oberstaatsanwalt Markus Küstner zum Auftakt des Prozesses am Montag in Schweinfurt. Der Staatsanwalt führte aus, der Angeklagte habe sich einen „Lustgewinn“ erhofft und seine Gewaltfantasien als „schön“ empfunden. Die Realität enttäuschte jedoch die Erwartungen, die Yanneck Z. durch True-Crime-Podcasts entwickelt hatte: „Ich habe mich danach nicht besser gefühlt“, gab er zu.

KI-Chatbot versuchte vergeblich abzuraten
Die künstliche Intelligenz hatte den Thüringer noch von seiner Tat abhalten wollen. Yanneck Z. erinnerte sich: „Mein Handy sagte, dass es besser wäre, mir Hilfe zu suchen.“ Stattdessen vertiefte er sich in die Biografien berüchtigter Serienmörder wie Ricardo Ramirez (†53, „Night Stalker“, 17 Opfer), Jeffrey Dahmer (†34, 17 Opfer), Ted Bundy (†42, 30 Opfer) und John Wayne Gacy (†52, „Killer-Clown“, 33 Opfer).
Laut Anklage hatte er zwei Wochen lang in Meiningen nach einem Opfer gesucht. Vor Gericht behauptete Z. nun jedoch: „Ich wollte nur Frau S. angreifen und sonst niemanden. Ich habe die Frau gehasst, weil sie über mich gelästert hat.“
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Chatverläufe dokumentieren verstörende Gedanken
Seine Konversationen mit dem KI-Chatbot zeichnen ein anderes Bild. Bereits am 23. Juni tippte er die Suchanfrage „Dahmer Mord auf ex Podcast Bitte lass mich es tun“ ein. Kurz darauf folgte der Satz: „Ich möchte noch mehr Menschen töten.“ Am 27. Juni erkundigte er sich: „Welche Strafe bekomme ich als Serienmörder?“


Vor Gericht führte Yanneck Z. mehrere Umstände an, die möglicherweise mildernd wirken könnten. Er schilderte seinen langjährigen Drogenkonsum sowie die traumatischen Todesfälle seiner Mutter, seines Vaters und eines Onkels. „Wut und Zorn fraßen sich in mich hinein und steigerten sich“, berichtete er der Richterin. Bei zwei Kollegen, die das Opfer retten wollten und dabei schwer verletzt wurden, entschuldigte sich der Angeklagte. Abteilungsleiter Volker S. (56) blickte im Gerichtssaal jedoch nur fassungslos vor sich hin: „Ich liege heute noch nachts wach und habe das Gesicht des Angeklagten vor mir, wie er auf Frau S. einsticht …“
Das Urteil wird für den 14. April erwartet.
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