Barsinghausen (Niedersachsen) – In der Nacht zum Montag soll Reza K. (49) seine Familie mit einem Hammer attackiert haben. Seine Ehefrau Karimeh (38), Mutter seiner fünf Kinder, erlag ihren Verletzungen. Die älteste Tochter wurde lebensgefährlich verletzt und befindet sich weiterhin im Krankenhaus. Das Amtsgericht Wennigsen erließ Haftbefehl gegen den Mann. Ihm werden Totschlag und versuchter Totschlag zur Last gelegt. Gegen 14.30 Uhr wurde Reza K. in Untersuchungshaft genommen.

Frau hatte erst im November Zuflucht im Frauenhaus gesucht

Nach ersten Erkenntnissen soll der afghanische Staatsangehörige zunächst seine 38-jährige Frau getötet haben. Anschließend griff er offenbar seine Tochter mit dem Hammer an. Ein 15-jähriger Sohn alarmierte in seiner Panik die Polizei und meldete in gebrochenem Deutsch, der Vater greife die Mutter an. „Dem Jungen gelang es, den Tatverdächtigen vor die Tür zu lotsen. Danach schloss er sich und seine Geschwister im Einfamilienhaus in der Barsinghausener Rehrbrinkstraße ein“, berichtet Polizeisprecher Michael Bertram.

Dort, wo die Polizei Reza K. festnahm, blieb eine große Blutlache auf dem Asphalt zurück
Dort, wo die Polizei Reza K. festnahm, blieb eine große Blutlache auf dem Asphalt zurück

Bei Eintreffen der Einsatzkräfte stand Reza K. an der Gartenmauer. Er leistete keinen Widerstand und wurde festgenommen. Am Tatort hinterließ er eine ausgedehnte Blutlache. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft hatte es bereits im November des Vorjahres einen Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt in der Familie gegeben. „Die Mutter wurde damals von der Polizei ins Frauenhaus gebracht“, erklärt Erster Staatsanwalt Oliver Eisenhauser. „In der Folgezeit kontrollierte die Polizei das Haus regelmäßig und sprach mit dem Vater über die Gefährdungslage.“

Kripo-Ermittler im Garten des Hauses
Kripo-Ermittler im Garten des Hauses

Die Mutter ist tot, der Vater in Haft, ein Mädchen kämpft um sein Leben – was wird nun aus den fünf minderjährigen Kindern des Paares?

Jugendamt übernimmt Betreuung der Kinder

Eine Sprecherin der Region Hannover teilt mit: „Das Jugendamt der Region Hannover ist von der Polizei informiert worden und kümmert sich um die Kinder.“ Grundsätzlich gelte: „Das Jugendamt prüft bei einer Inobhutnahme, ob im familiären und sozialen Umfeld geeignete Personen für die Versorgung der Kinder zur Verfügung stehen.“ Zunächst würden die Kinder in einer geeigneten Einrichtung untergebracht, um das Erlebte zu verarbeiten. Bei allen weiteren Schritten werde darauf geachtet, dass die fünf Geschwister möglichst zusammenbleiben können.