Köln – Seit 53 Jahren ist die gepflegte 60-Quadratmeter-Wohnung für Katharina Bolte (91) weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf. In den vier Wänden im zweiten Stock hat die Rentnerin gelebt, geliebt und ihre zwei Kinder großgezogen. Nun droht der Seniorin jedoch der Rauswurf: Ihr neuer Vermieter, eine Immobilienfirma, hat ihr gekündigt. Die Gesellschaft plant, das Haus abzureißen und an gleicher Stelle im Stadtteil Lindenthal ein neues Gebäude mit hochpreisigen Apartments zu errichten.
Der Rechtsstreit beschäftigt inzwischen die Justiz. Für den 20. August ist ein Urteil in zweiter Instanz angesetzt.
Einzug in den frühen 70er Jahren
1973 bezog Katharina Bolte gemeinsam mit ihrem Ehemann Elimar und den beiden Kindern die Wohnung. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite eröffnete ihr Mann einen Friseursalon, den das Ehepaar gemeinsam betrieb. Zum damaligen Eigentümer des Achtparteienhauses, der selbst in dem Gebäude lebte, entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung.

Fünf Jahrzehnte zogen ins Land. 1984 verstarb Katharinas Ehemann, die Kinder wurden erwachsen und gründeten eigene Haushalte. Die Kölnerin blieb in ihrer Wohnung – und hätte niemals damit gerechnet, dieses Zuhause eines Tages verlassen zu müssen.
Katharina Bolte ist die letzte Bewohnerin des Hauses
2022 sah sich der bisherige Hauseigentümer aus Altersgründen zum Verkauf der Immobilie gezwungen. Der neue Besitzer, die Immobilienfirma, fasste nach dem Erwerb den Entschluss, das Gebäude abzureißen. „Für mich war es ein großer Schock, als ich zum ersten Mal den Brief mit der Kündigung durchgelesen habe“, berichtet die Seniorin, die Pflegegrad 2 besitzt. „Diese Wohnung ist meine Heimat. Ich will hier nicht weg.“

Da sich die Rentnerin gegen die Kündigung zur Wehr setzte, zog der Vermieter vor Gericht und reichte eine Räumungsklage ein. Vor dem Amtsgericht Köln scheiterte er jedoch mit seinem Anliegen. Nun versucht er sein Glück in zweiter Instanz vor dem Landgericht Köln und will die Räumung der Wohnung durchsetzen. Inzwischen ist Katharina Bolte die einzige verbliebene Mieterin in dem Achtparteienhaus.
„Er hat meiner Mutter mehrere Wohnungen angeboten, doch die meisten waren zu weit entfernt“, erläutert Sohn Elimar Bolte (62). „Bei einer Wohnung, die in der Nähe lag, wollte sie zustimmen, wenn man ihr dort ein lebenslanges Wohnrecht gewährt. Doch dann zog der Vermieter sein Angebot zurück. Inzwischen behauptet er sogar, dass ich hier zusammen mit meiner Mutter wohnen würde, was aber nicht stimmt.“

Die Position des Vermieters
Auf Nachfrage äußert sich der Vermieter der Seniorin wie folgt: „Ich habe Frau Bolte 2025 und 2026 diverse Wohnungen in Köln, kombiniert mit einer großzügigen finanziellen Abfindung, angeboten. Bei einer Wohnung kam es beinah zu einer Einigung, doch dann verlangte der Sohn der Mieterin ebenfalls für sich dort ein lebenslanges Wohnrecht.“
Grundsätzlich habe das Unternehmen in der Vergangenheit in ähnlichen Situationen stets eine Lösung gefunden. Allerdings: „Bislang wurden allerdings sämtliche Versuche einer Lösung durch den Sohn abgelehnt.“



%2520soll%2520wohlhabende%2520Ma%25CC%2588nner%2520angelockt%2520haben%2520%2520.webp&w=1200&q=75)




%2Fhier-kommt-nikodem-r-17-vom-haftrichter-die-polizei-bringt-den-gefahrlichen-intensivtater-in-die-u-haft.webp&w=1200&q=75)
%2520erlebt%2520Horror%2520im%2520Zypern-Knast%2Fewa-k-51-aus-aschaffenburg-sitzt-seit-juli-2024-auf-zypern-in-u-haft-die-deutsche-botschaft-setzt-sich-fur-sie-ein.webp&w=1200&q=75)