Dresden – Der Mordfall um einen wohlhabenden Rechtsanwalt nimmt eine weitere kriminelle Wendung. Während die Witwe des Opfers wegen des Verdachts auf Tötung in Untersuchungshaft sitzt, wird ihr leerstehendes Anwesen zum Ziel von Einbrechern. Was als Unfallflucht begann, wird nun als geplanter Mord verhandelt.

Vor dem Landgericht Dresden läuft seit neun Monaten der Prozess gegen die ehemalige Krankenschwester Ramona B. (53). Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, ihren 23 Jahre älteren Ehemann Peter B. im September 2024 im Landkreis Meißen mit einem Mercedes GLK absichtlich überfahren zu haben. Als Motiv gilt finanzielle Gier, nachdem der Ehemann ihr offenbar die Geldmittel gekürzt hatte.

Die Beweislage im Indizienprozess belastet die Angeklagte schwer. Unter anderem suchte sie im Internet nach "tödlichen Unfällen" und bemühte sich aus der JVA Chemnitz heraus um das Millionenvermögen des Getöteten. Dieses wird mit rund 5,3 Millionen Euro beziffert.

Mordopfer Peter B. (†76) hinterließ ein Millionenvermögen
Mordopfer Peter B. (†76) hinterließ ein Millionenvermögen

Einbruch während der Untersuchungshaft der Witwe

Kurz nach der Festnahme von Ramona B. drangen Unbekannte in ihr Wohnhaus ein. Der vermögende Insolvenzverwalter war einst zu ihr aufs Land gezogen. Wie The Pik erfuhr, hinterließen die polizeibekannten Täter DNA-Spuren, die zur ihrer Identifizierung führten.

Diebstahl von Luxusuhren und hohem Bargeldbetrag

Gegen Stephan S. (42, Schweißer) und Lars M. (41, Koch) wird nun vor dem Amtsgericht verhandelt. Laut Anklagevertreter Alexander Thürmer (46) brachen sie durch die Rückseite des Hauses ein. Mit einem Winkelschleifer öffneten sie einen Tresor und durchsuchten das Gebäude. Erbeutet wurden 28.500 Euro Bargeld, Porsche-Schlüssel, zwei Junghans-Uhren, eine Mühle-Uhr, eine Lange & Söhne, eine Glashütte-Uhr, eine goldene Taschenuhr sowie weitere Wertgegenstände.

Lars M. (41), hier mit seiner Anwältin Dr. Ines Kilian (55), ist als Mittäter angeklagt
Lars M. (41), hier mit seiner Anwältin Dr. Ines Kilian (55), ist als Mittäter angeklagt

Geständnis der Angeklagten angekündigt

Ursprünglich hatten die Einbrecher es offenbar auf Waffen der Witwe abgesehen, die jedoch nicht mehr vor Ort waren. In einem weiteren Einbruch in einem anderen Eigenheim hatten sie bereits Waffen entwendet, die laut Anklage nach Berlin gelangten. Nach einer rechtlichen Erörterung wurde die Verhandlung vertagt. Richter Dr. Tobias Spindler (45) kündigte eine Fortsetzung im Mai an und ließ verlauten, die Angeklagten wollten die Tat "vollumfänglich" eingestehen. Die Staatsanwaltschaft fokussiert sich dabei besonders auf mögliche Hintermänner. Wie Thepik erfuhr, soll von der Beute aus dem Haus der Anwaltswitwe mittlerweile nichts mehr übrig sein.